Mikro-BHKW ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll

(vom 02.03.2016)

Stutensee/Ettlingen – Volker Kiefer aus Stutensee hat sich im Vorfeld viele Alternativen überlegt: Soll er im Zuge seiner energetischen Umbaumaßnahmen eine Gas-Brennwert-Heizung einbauen, auf Pellets umsteigen oder es mit Erdwärme versuchen? Letztendlich entschied er sich für eine weitere Alternative: Der 45-jährige hat sich in seinem Einfamilienhaus ein äußerst energieeffizientes Mikro-Blockheizkraftwerk (BHKW) einbauen lassen. Als Partner hat er sich für die Stadtwerke Ettlingen (SWE) entschieden, die erstmalig in einem Einfamilienhaus ein Mikro-BHKW realisiert haben.

v.l.n.r.: Hauseigentümer Volker Kiefer und SWE-Mitarbeiter Markus Derer vor dem neuen Mikro-BHKW

 „Wir haben uns für ein mit Erdgas betriebenes Mikro-BHKW vor allem auf Grund der Nachhaltigkeit entschieden: Ich möchte meinen Kindern eine intakte Umwelt hinterlassen", erläutert Kiefer seine Gründe und ergänzt: „Seit fünf Jahren haben wir bereits eine Photovoltaikanlage und auf diese Weise sehr gute Erfahrungen mit erneuerbaren Energien gesammelt." Sein im Keller eingebautes Mikro-BHKW, das gerade einmal so groß wie ein Kühlschrank ist, wandelt rund 90 Prozent des eingesetzten Brennstoffs in nutzbare Energie um. Über das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung treibt der eingebaute Stirlingmotor einen Generator an, der Strom produziert. Die dabei entstehende Abwärme heizt das Haus über einen Pufferspeicher, der sich ebenfalls im Kellerraum befindet.

Der selbstständige Versicherungsmakler wohnt mit seiner Frau und den bald drei Kindern in seinem Elternhaus aus dem Jahr 1850. Als er begonnen hat, das Haus mitten im Stadtzentrum von Stutensee umfangreich zu sanieren und umzubauen, war für ihn klar, dass er den Standard zum KfW-Effizienzhaus 70 erreichen möchte. „Die Überlegung, welche Technologie die alte Öl-Heizung ablöst, hat eine entscheidende Rolle gespielt", sagt Kiefer, der selbstverständlich auch die Anschaffungs- und Folgekosten im Blick hatte: „Neben dem Aspekt der Nachhaltigkeit war es auch entscheidend, dass die Anlage wirtschaftlich tragfähig ist." Das Mikro-BHKW sei unter Abwägung aller Aspekte und der möglichen Fördermittel die optimale Variante gewesen.

Mit gut 20.000 Euro sind die Kosten für ein Mikro-BHKW zwar höher wie für einen konventionellen Heizkessel, die Anlage ist jedoch deutlich umweltfreundlicher. Damit sich die Investition lohnt, sollte die Anlage gleichmäßig laufen und eine hohe Auslastung haben. „Das erste, was die SWE-Experten bei der Beratung von uns wissen wollten, war, wie hoch unser Verbrauch ist", erinnert sich Kiefer. Bei rund 7.000 Kilowattstunden (kWh) liegt der Energieverbrauch der Familie Kiefer, und wenn noch das geplante Schwimmbad und die Sauna dazu kommen, wird der Verbrauch weiter ansteigen. Und auch bei den Betriebsstunden kommt bei Kiefers einiges zusammen: „Das Mikro-BHKW wird im Jahr mehr als 3.200 Stunden laufen", erklärt der Familienvater.

Markus Derer, technischer Berater der Abteilung Energiedienstleistungen der SWE, erklärt: „Ab 3.000 Stunden Laufzeit kann sich die Anschaffung eines BHKWs in einem Einfamilienhaus auszahlen." Denn einer der größten Vorteile der Kraft-Wärme-Kopplung sei, dass der Verbraucher auch seinen eigenen Strom erzeugt. Weil das gegenüber dem konventionellen Strombezug bares Geld spart, gilt die Formel: Je höher der Eigenverbrauch, desto wirtschaftlicher wird die Anlage. Der nicht selbst verbrauchte Strom wird ins Netz eingespeist. „Ein weiterer Grund für unsere Entscheidung war, dass wir die anliegende Scheune auf unserem Grundstück zu Wohnraum umbauen wollen. Daher wird das Mikro-BHKW künftig noch stärker zum Einsatz kommen", schaut Kiefer in die Zukunft.

Im Rahmen des Wärmeservice – einem „Rundum-Sorglos-Paket" der SWE für eine neue Heizungsanlage - hat es von der Demontierung der alten Ölheizung bis zur Inbetriebnahme des Mikro-BHKWs habe es gerade einmal zwei Tage gedauert. Das Servicepaket der SWE beinhaltet auch die Wartung der Neuanlage. Ungemein hilfreich sei für ihn auch die Beratung durch die SWE im Vorfeld gewesen, betont Kiefer. „Wenn jemand an einem Mikro-BHKW interessiert ist, prüfen wir zunächst die jährlichen Verbräuche auf Wirtschaftlichkeit und betrachten dann die örtlichen Begebenheiten. Außerdem führen wir die jährliche Wartung durch und sind bei Störungen jederzeit erreichbar", erläutert Derer.

Blockheizkraftwerke (BHKW) sind in größeren Gebäuden längst keine Seltenheit mehr. Im Jahr 2010 betrug der Kraft-Wärme-Kopplung-Anteil der Stromerzeugung in der Industrie bereits 62 Prozent. Ein BHKW war für das klassische Einfamilienhaus wegen der höheren Anschaffungskosten und der dadurch schlechten Wirtschaftlichkeit lange Zeit nicht geeignet. „Mittlerweile sind die Preise merklich gesunken und viele Hersteller bieten Mikro-BHKWs an, deren Leistung optimal auf die Bedürfnisse eines zugeschnitten ist", schildert Markus Derer. Und für Volker Kiefer steht fest: „Ich habe eine Technologie der Zukunft eingebaut."

Mehr Informationen zum Wärmeservice der Stadtwerke Ettlingen gibt es unter der Telefonnummer 07243 101-692.

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