Neues Schalthaus „Stöck“ eingeweiht

(vom 20.06.2017)

Oberirdische Freileitungen gehören in Ettlingen der Vergangenheit an

Ettlingen – Die umfangreichste Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahme im Ettlinger Stromnetz seit dem Bau der Umspannwerke vor rund 40 Jahren ist erfolgreich abgeschlossen. Innerhalb von knapp zwei Jahren wurden alle Ettlinger Ortsteile direkt mit in den Boden verlegten Kabeln ans Netz der Netz GmbH der Stadtwerke Ettlingen (SWE) eingebunden und an deren eigene Umspannwerke angeschlossen. Oberirdische Freileitungen gehören nun der Vergangenheit an, ebenso wie das Nutzen fremder EnBW-Leitungen. Insgesamt investierte die Netz GmbH 2,1 Millionen Euro in die Netzeinbindung sowie weitere zwei Millionen Euro in die Netz-Modernisierung. Zum Abschluss der Arbeiten wurde nun das komplett neu errichtete Schalthaus „Stöck" in Ettlingenweier unweit des Badesees Buchtzig offiziell in Betrieb genommen.

„Mit der Modernisierung unseres Stromnetzes und der vollumfänglichen Einbindung aller sechs Ortsteile in das SWE-Stromnetz haben wir eine ungemein wichtige Zukunftsinvestition getätigt und einen elementaren Beitrag zur Versorgungssicherheit aller Ettlinger Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen geleistet", betonte Ettlingens Oberbürgermeister Johannes Arnold. Ein wichtiger Fortschritt sei, dass nun alle Stromkabel im Boden verlegt sind. „Oberirdische Leitungen sind viel störungsanfälliger und wartungsintensiver," stellte SWE-Geschäftsführer Eberhard Oehler heraus.

In Ettlingenweier, Bruchhausen, Oberweier, Spessart, Schluttenbach und Schöllbronn wurden die Stromkunden der SWE bisher noch über Freileitungen der EnBW versorgt. Dies hat sich nun geändert: Dafür wurden 14 Kilometer Leitungstrasse aufgegraben und darin rund 19 Kilometer 20-kV-Leitungen verlegt. Die Tiefbauarbeiten wurden außerdem dazu genutzt, um im Auftrag der Stadt Leerrohre für Lichtwellen-Leitungen (Glasfaser) für schnelles Internet mitzuverlegen und damit die Breitbandinitiative des Landkreises Karlsruhe aktiv mitzugestalten. „Wir bedanken uns herzlich bei der Bevölkerung und allen Anwohnern, die unseren Tiefbauarbeiten mit großem Verständnis begegnet sind", betonte Oehler.

Neben den Leitungsarbeiten wurden auch 15 Trafostationen modernisiert und mit neuen, leistungsfähigen und energieeffizienten Leistungsschaltern ausgestattet. Das Schalthaus „Stöck" wurde für insgesamt rund 300.000 Euro komplett neu errichtet, da für diesen Bereich die Stadtwerke Ettlingen noch keine eigene Trafostation hatte. Von dort aus erfolgt die Stromversorgung der Haushalte und Unternehmen in Ettlingenweier, Oberweier sowie im Industriegebiet Oberweier. Denn wie bisher schon die Innenstadt sind nun auch die Ettlinger Ortsteile an die beiden SWE-Umspannwerke im Industriegebiet Hagbruch sowie bei der Spinnerei im Albtal angeschlossen. Von dort aus gelangt der Strom über insgesamt 270 Trafostationen in die Haushalte.

„Im Sommer 2015 haben wir mit den ersten Arbeiten zur Netzeinbindung und -modernisierung in Spessart und Oberweier gestartet, wobei die Planungen bereits ein Jahr zuvor begonnen hatten", erklärte Sven Scherer, Prokurist und Projektverantwortlicher bei der SWE Netz GmbH. „Alles hat reibungslos und gemäß unserer Planungen funktioniert. Wir haben sowohl den Kosten- als auch den ambitionierten Zeitrahmen eingehalten."

Wie wichtig eine gute Vorbereitung ist, zeigte sich bei der letzten Maßnahme des Großprojekts vor wenigen Wochen, als die Bahntrasse in Bruchhausen im Bereich der Straße „Im Katzentach" gequert wurde, um die Stromleitung mit dem neuen Schalthaus „Stöck" zu verbinden. „Hierfür haben wir ein Hohlrohr in etwa drei Meter Tiefe durch das Erdreich gepresst, wobei eine mitlaufende Spindel während der Durchpressung gleichzeitig die Erde abtransportiert hat", erläuterte Scherer. Diesen rund zwei Monate dauernden Arbeiten ist ein aufwändiges Genehmigungsverfahren mit der Deutschen Bahn vorausgegangen. Schließlich musste absolut sichergestellt sein, dass der laufende Schienenverkehr nicht behindert wird. „Während der gesamten Unterquerung fanden durchgehend Messarbeiten statt", erklärte Scherer und ergänzte: „Dies war sicherlich einer der anspruchsvollsten Bauabschnitte der gesamten Maßnahme."

Auch bezüglich der Überwachung und Wartung des Stromnetzes hat es im Zuge der nun abgeschlossenen Modernisierung eine deutliche Verbesserung gegeben. Das komplette Stromnetz kann nun direkt von der Netzleitstelle der Stadtwerke überwacht und eventuelle Störungen schnell und effizient erkannt und behoben werden. Die erste Bewährungsprobe hat dieses „intelligente Stromnetz" bereits bestanden: Ende Mai gab es in Schöllbronn und Schluttenbach einen Stromausfall, der innerhalb kürzester Zeit behoben werden konnte.

Für die Zukunft steht nun der Rückbau der nicht mehr benötigten Strommasten an: Da einige davon im Naturschutzgebiet stehen, werden diese Arbeiten in enger Abstimmung mit den zuständigen städtischen Ämtern und Naturschutz-Verbänden stattfinden.

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