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CO2-Emissionen bekommen zukünftig ein Preisschild

(vom 19.10.2020)

Das Klima zu schützen liegt in unser aller Interesse.

Denn nur so lässt sich auf Dauer eine lebenswerte Zukunft für uns alle gestalten. Mit dem Klimaschutzprogramm 2030 stellt die Bundesregierung sicher, dass die Klimaschutzziele im Jahr 2030 erreicht werden: 55 Prozent weniger Triebhausgase im Vergleich zum Jahr 1990. Bestandteil des Programms ist das nationale Bundesemissionshandelsgesetz (BEHG), welches die Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger bepreist. Werden die vom BEHG erfassten Brennstoffe in Verkehr gebracht, müssen dafür Emissionszertifikate erworben werden. Betroffen sind vor allem die Sektoren Wärme und Verkehr.

Dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) – genauer das „Gesetz über einen nationalen Zertifikatehandel für Brennstoffemissionen“, hat kürzlich auch der Bundesrat zugestimmt. Das BEHG ist damit die Grundlage für die am 1. Januar 2021 greifende Bepreisung jeglicher CO2-Emissionen. Als „Erfüllungsgehilfen“ hat der Gesetzgeber alle Inverkehrbringer von Ottokraftstoffen, Diesel, Erdgas und Heizöl benannt. Dazu gehören vor allem Kraftstoffhändler und Energieversorger.

Ab 2021 zahlen diese Unternehmen einen Preis für das anfallende CO2, indem sie Zertifikate kaufen. Dabei bestimmt die Menge CO2, die die Brennstoffe beim Verbrennen erzeugen, die Menge der zu kaufenden Zertifikate und damit die Kosten. Die Brennstoffnutzer (Endkunden) selbst kaufen keine Zertifikate, sie zahlen die Kosten über die Preise für Erdgas, Benzin, Heizöl, Diesel etc. mit.

Der Preis startet 2021 bei 25 Euro je Tonne und steigt bis 2025 schrittweise auf 55 Euro je Tonne. Ein Beispiel: Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt, der mit Erdgas heizt, verbraucht im Jahr rund 20.000 Kilowattstunden. Das ergibt etwa 4 Tonnen CO2-Emissionen und damit ab 2021 Mehrkosten von rund 100 Euro, ab 2026 von mindestens 220 Euro im Jahr.

Besonders sparsame Heizungstechnik oder regernative Anteile bei Brenn- und Kraftstoffen gewinnen durch die CO2-Bepreisung zunehmend an Attraktivität. Die Stadtwerke Ettlingen bieten dazu ihren Strom- und Gaskunden eine kostenfreie Erstberatung über Gebäudemodernisierung und die passenden Förderprogramme. Zur Terminvereinbarung sind die SWE unter der Telefonnummer 07243 101-646 erreichbar. Weitere Informationen gibt es zudem unter www.sw-ettlingen.de.

„Das Ettlinger Projekt zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltige Wärmeversorgung für ein gesamtes Stadtviertel umgesetzt werden kann", betonte Rita Schwarzelühr-Sutter bei der Inbetriebnahme der Heizzentrale. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat von Beginn an das Projekt unterstützt und stellt heraus: „Das Musikerviertel in Ettlingen kann beispielgebend für weitere Projekte in ganz Deutschland sein. Ich wünsche mir, dass es viele Nachahmerinnen und Nachahmer findet." Schwarzelühr-Sutter führte aus, dass die Fördergelder aus der Nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung kommen. Im Mai 2017 hatte die Parlamentarische Staatssekretärin den Förderbescheid in Ettlingen überreicht.

Die ersten konkreten konzeptionellen Überlegungen für eine Versorgung des gesamten Quartiers mit Nahwärme reichen bis ins Jahr 2013 zurück: Erste Gespräche zwischen dem Landkreis, der Stadt Ettlingen, den Stadtwerken sowie der Umwelt- und Energieagentur Landkreis Karlsruhe über eine gemeinsame Nahwärmekonzeption wurden geführt, die anschließend zwischen den Beteiligten vertraglich vereinbart wurden. Neben der Versorgung der Schulzentren und der bestehenden Wohngebäude wurde in der Kalkulation auch bereits die zukünftige Neubauentwicklung im Viertel berücksichtigt.

„Mit diesem Quartierskonzept sind beispielhaft übergreifende Strategien für eine zukünftige Energieversorgung umgesetzt worden," hob Landrat Dr. Christoph Schnaudigel hervor, „Nahwärmenetze haben sich als umweltfreundliche und effektive Wärmeversorgung etabliert." Das Ettlinger Projekt sei eines von neun Nahwärmenetzen, die in den letzten Monaten in Städten und Gemeinden des Landkreises gebaut werden. „Beispielhaft war auch die Zusammenarbeit von Landkreis, Stadt und Stadtwerke unter der Federführung der Umwelt- und Energieagentur," lobte Schnaudigel, „alle Beteiligten haben hier an einem Strang gezogen und so zum erfolgreichen Gelingen beigetragen."

Eine weitere zukunftsweisende Zusammenarbeit habe auch im Rahmen der Tiefbauarbeiten zwischen den Stadtwerke Ettlingen und der Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe stattgefunden: „Wir haben während der Tiefbaumaßnahmen Glasfaseranschlüsse mitverlegt und so positive Synergien erzielt. Damit ist das Quartier nicht nur energetisch sondern auch bei der Versorgung mit schnellem Internet zukunftsfähig aufgestellt", ergänzte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel.

Für Ettlingens Oberbürgermeister Johannes Arnold ist das Projekt „zeozweifrei Nahwärme Musikerviertel Ettlingen" ein wichtiger Baustein innerhalb des großen integrierten Klimaschutzkonzepts der Stadt Ettlingen: „Wir verstehen Klimaschutz als wesentlichen Bestandteil unserer Politik und wollen Vorreiter hinsichtlich einer bürgernahen und praxisorientierten Umsetzung sein. Um eine möglichst hohe Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen zu erreichen, ist es wichtig, die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit abzuholen und die Alltagstauglichkeit unter Beweis zu stellen." Arnold: „Unseren Stadtwerken fällt eine entscheidende Rolle zu, verlässliche Daseinsvorsorge und Klimaschutz zu vereinen. Sie stellen sich dieser gesamtgesellschaftlichen Verantwortung auf eine ungemein engagierte und beeindruckende Weise."

In der Heizzentrale wird über zwei Holzpellet- Heizkessel der größte Teil der benötigten Wärme erzeugt. Darüber hinaus kann – etwa zu Spitzenlastzeiten – zusätzlich Wärme aus einem mit Bioerdgas befeuerten Heizkessel Wärme produziert werden. Außerdem wird über eine Solarthermieanlage auf dem Dach des BBZ ebenfalls Wärme erzeugt. In einem 100 Kubikmeter fassenden Pufferspeicher wird die Wärme zwischengespeichert, ehe sie in Form von 70 bis 95 Grad heißem Wasser über das Nahwärmenetz direkt in die Häuser gelangt. Eine intelligente Steuerung sorgt dafür, dass je nach Sonneneinstrahlung, Außentemperaturen und Wärmebedarf stets die ökologisch und ökonomisch günstigste Wärmequelle verwendet wird. Dank der optimierten Regelung erzeugt die Heizzentrale zu jedem Zeitpunkt genau die richtige Menge an benötigter Wärme und stellt sie den Verbrauchern zur Verfügung.

Insgesamt wurden rund 3.200 Meter Wärmeleitungen etwa 1,50 Meter tief in Karl- Friedrich-, Beethoven-, Haydn-, Schleinkoferstraße und der Rastatter Straße verlegt. „Dort, wo es sinnvoll war, haben wir die Tiefbauarbeiten genutzt, um auch Gas- und Wasserhauptleitungen mitsamt den Hausanschlüssen zu erneuern sowie Lehrrohre für Strom und Glasfaser zu verlegen", betonte SWE Geschäftsführer Eberhard Oehler. Alle Arbeiten seien nun abgeschlossen. „Seit dem Bau des Fernwärmenetzes in der Innenstadt ist dies das größte Wärmeprojekt in Ettlingen seit fast vier Jahrzehnten", betont Oehler und streicht heraus: „Es handelt sich um das erste Wärmenetz, das ausschließlich auf Basis erneuerbarer Energien betrieben wird."

Die Wilhelm-Lorenz-Realschule bezieht ebenso wie alle Schulen des BBZ (Wilhelm-Röpke-, Bertha-von- Suttner- sowie Albert-Einstein-Schule), drei Privathäuser in der Haydnstraße und drei ALBA-Neubauten in der Rastatter Straße bereits Wärme über das Nahwärmenetz. In den kommenden Tagen und Wochen folgen vier Wohnblöcke der Ardensia eG und ein weiteres Mehrfamilienhaus in der Schleinkoferstraße. Nächstes Jahr, nach deren Fertigstellung, werden die Mehrfamilienhäuser und der städtische Kindergarten des Festplatzgeländes versorgt. Mittelfristig wird das Wärmenetz bedarfsgerecht erweitert: Von der Mozart-, Bach-und Schubertstraße liegen bereits Anfragen vor.

„Zahlreiche Hausanschlüsse sind schon installiert, sodass eine Anbindung an das Nahwärmenetz schnell erfolgen kann", erklärte Oehler, der auch ein zunehmendes Interesse bei privaten Immobilien registriert: „Wir stehen in den Startlöchern und freuen uns darauf, möglichst viele Häuser mit der klimafreundlichen Wärme versorgen zu können, sodass ein größtmöglicher Nutzen für das Klima entstehen kann." Insgesamt können rund 400 Haushalte im Musikerviertel profitieren. Oehler: „Das Angebot besteht, wir freuen uns auf die Nachfrage.

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